Wo geht’s zum guten Text?

Read our English blogs here Texte schreiben
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Ein Reisebericht von Christian, den die Welt der Worte jeden Tag aufs Neue verzaubert.

Wie schreibt man gute Texte? Braucht man dafür – in Anlehnung an Thomas Alva Edinson – „ein Prozent Inspiration und neunundneunzig Prozent Transpiration“? Und was ist überhaupt ein „guter Text“?

Um Sie gleich zu Beginn dieses Blog-Artikels zu enttäuschen: Die eine richtige Antwort auf diese Fragen gibt es leider nicht. Was es aber gibt, sind einige Leitplanken, die einer Autorin oder einem Autoren dabei helfen, den Weg zu einem guten Text nicht zu verlassen. Dabei sprechen wir hier aber natürlich nicht von Literatur und Selbstverwirklichung, sondern von Content und Auftragskommunikation.

1. Und immer an das Briefing denken

Bevor die eigentliche Schreibarbeit startet, benötigen Texterinnen und Texter dreierlei: ein gutes Briefing, ein gutes Briefing und dann auch noch ein gutes Briefing. Denn das ist entscheidend dafür, ob ein Text „gut“, „so lala“ oder „schlecht“ wird. Werfen wir also einen kurzen Blick darauf, welche Informationen ich als Autor brauche:

  • Welchen Inhalt soll der Text haben?
  • Wer ist die Zielgruppe?
  • Was soll der Text erreichen (z.B. informieren, unterhalten, verkaufen)?
  • Welche Art Text soll es sein (z.B. Blog-Artikel, Newsletter, Website…)?
  • Welchen Stil (Tone of Voice) soll der Text haben?
  • Wie lang soll der Text werden?
  • Welche Struktur soll er haben?
  • Bei Online-Texten: Welche Content-Templates gibt es?
  • Soll der Text für Suchmaschinen optimiert werden (SEO-Content / SEO-Copywriting)? Wenn ja: Wie lauten die Keywords?
  • Last but definitely not least: Wann soll der Text fertig sein?

Wenn ich als Autor die Antworten auf diese Fragen kenne, weiß ich sehr viel genauer, was der Auftraggeber sich wünscht. Und je genauer ich das weiß, um so wahrscheinlicher ist es, dass der fertige Text auch gut ankommt.

Ein solches Briefing zu erstellen, sieht nach sehr viel Arbeit aus? Keine Sorge: In einem persönlichen Gespräch lassen sich die meisten dieser Fragen zügig klären.

2. Schreiben ist (auch) Handwerk

Nach dem Briefing ist vor dem Schreiben. Neben korrekter Rechtschreibung und Grammatik gilt es natürlich einige weitere Dinge zu beachten, damit ein Text gut wird. Hier kommt deshalb eine kurze Liste der wichtigsten Grundregeln – quasi das erste Lehrjahr des Texter-Handwerks.

Regel Do Don’t
aktiv schreiben Ich schreibe meine Texte in aktivem Deutsch. Schlechte Texte werden oft vom Verfasser in passivem Deutsch geschrieben.
möglichst wenige Substantivierungen Ich verwende Verben statt Substantive. Die Verwendung von Substantivierungen führt zur Verunstaltung von Geschriebenem.
kurze Sätze Ich schreibe in kurzen, möglichst prägnanten Sätzen. Gerade komplexe Inhalte lassen sich so besser verstehen. Lange, gerne auch mehrfach verschachtelte, Sätze, die von manchen auch als „Bandwurmsätze“ bezeichnet werden, bieten Ihnen die Möglichkeit, Ihren Lesern das Verständnis eines Textes, vor allem wenn dieser komplexe Inhalte enthält, so zu erschweren, dass sie am Ende gar nicht mehr wissen, worum es in dem Text, den sie gerade gelesen haben, eigentlich ging, also zum Beispiel um die Länge – bzw. Kürze – eines Satzes und warum es sinnvoll sein könnte, aus einem langen Satz zwei – oder drei – kurze Sätze zu machen.
möglichst wenige Fremdwörter, Fachbegriffe und Anglizismen Ich schreibe Texte für deutschsprachige Leserinnen und Leser. Fachtermini ohne Relevanz für die Target Group sollten vermieden werden.
Abkürzungen vermeiden Ich setze Abkürzungen nur ein, wenn sie den Lesefluss nicht stören und unbedingt erforderlich sind. Abk. hemmen u.a. den Lesefluss, d.h. sie verringern evtl. auch das Verständnis bzw. führen ggf. dazu, dass nicht weitergelesen wird.
Texte strukturieren Zwischen-Überschriften, Aufzählungen oder Tabellen strukturieren Texte und erleichtern damit das Verständnis. Vermeiden Sie sogenannte „Textwüsten“, also lange Absätze ohne strukturierende Elemente.

Da wir in Deutschland sind, gibt es natürlich Ausnahmen von diesen Regeln. Wenn Ihre Zielgruppe beispielsweise bestimmte Fachbegriffe verwendet, sollten Sie diese selbstverständlich auch benutzen. Diese Regeln bilden die Leitplanken auf dem Weg zu guten Texten. Inspiration und Kreativität sorgen dann dafür, dass die Reise abwechslungsreich und interessant wird.

3. Abstimmung: Wie es Ihnen gefällt

Das Briefing ist erfolgt, der erste Entwurf geschrieben. Jetzt geht es in die Abstimmung. Dabei gilt: Ob fachliche Details oder sprachliche Fragen – konkrete Kritik macht gute Texte besser.

Praxis-Tipp: Es hat sich bewährt, wenn in Dokumenten der Modus „Änderungen nachverfolgen“ aktiviert ist und alle Beteiligten Fragen oder Änderungswünsche direkt in das Dokument schreiben. Gute Texter gehen auf die Kritik ein und überarbeiten den Text oder begründen, warum sie sich z.B. für eine bestimmte Formulierung entschieden haben.

4. Fertig

Sobald alle offenen Fragen geklärt sind und die Abstimmung beendet ist, haben Sie Ihr Ziel erreicht: einen guten Text. Und im Idealfall merken Sie beim Lesen gar nicht, wie viel Arbeit eigentlich in all den Worten steckt.

Wir LIEBEN Sprache.