Das Lektorat, ein unerlässliches Instrument beim Schreiben

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Woran denken Sie bei dem Wort „Lektorat“? An Bücher, die grammatikalisch korrigiert werden? Bachelor- und Masterarbeiten, die auf Lesbarkeit und wissenschaftliche Fehler überprüft werden? Dieser Gedanke ist gar nicht mal so schlecht, denn die Textoptimierung ist Teil eines Lektorats. Darüber hinaus deckt ein Lektor aber noch viele weitere Aufgaben mit einem Lektorat ab. Welche genau, erfahren Sie im folgenden Artikel.

Ein Text von Sabrina, Übersetzerin und Sprachliebhaberin.

Was genau ist eigentlich ein Lektorat?

Sonntagmorgen, Kaffee, frische Brötchen und natürlich darf auch die Zeitung nicht fehlen. Was wäre ein Morgen auch ohne diese gut geschriebene Lektüre, die uns über die aktuellsten Nachrichten und neuesten Entwicklungen der Welt informiert? Für viele Menschen ist das Durchblättern und Lesen ein wahrer Genuss, der jedoch schnell zur Qual werden kann, wenn sich die Artikel nicht flüssig lesen lassen, Kommas fehlen oder Rechtschreibfehler eingebaut sind, über die selbst ein Laie sofort stolpert. Oft können Autoren, die sich lange mit ihrem Text beschäftigt haben, weder grammatikalische Fehler noch holprig formulierte Passagen erkennen, schließlich wissen sie ja, was sie ausdrücken wollen.

Damit nicht erst der Leser diese Fehler bemerkt, was wir von einer seriösen Zeitung ja auch nicht erwarten, greifen Redaktionen auf Lektoren zurück. Demnach kann man ganz allgemein sagen, dass die Aufgabe eines Lektors in der Qualitätssicherung eines Textes liegt, der von einer anderen Person geschrieben wurde. Hierbei kann es sich um einen Zeitungsartikel oder eine Bachelorarbeit, aber auch um einen ganzen Roman handeln. Er überprüft und korrigiert formale und inhaltliche Faktoren wie Rechtschreibung, Grammatik, gute Lesbarkeit oder die Übereinstimmung von Namen und Schreibweisen.

Unterschiedliche Formen des Lektorats

Da die Anforderungen an den Korrigierenden je nach Branche und Text variieren, kann das Lektorat in unterschiedliche Schwerpunkte unterteilt werden: Das stilistische Lektorat, das Wissenschafts- und Werbelektorat. Bei ersterem steht, wie der Name schon verrät, die Überprüfung des sprachlichen Stils, aber auch die Lesbarkeit und Verständlichkeit des Textes im Mittelpunkt. Wirkt der Text insgesamt harmonisch und ist der Leser in der Lage ihn zu verstehen oder besteht er aus zu vielen verschachtelten und komplizierten Sätzen? Beurteilt werden kann dies nur, wenn der Lektor weiß, was und wen der Text erreichen soll – in einem Kinderbuch herrscht natürlich ein anderer und einfacherer Ton als in einem Roman.

Beim Wissenschaftslektorat geht es um die Überprüfung von Bachelor- und Masterarbeiten sowie wissenschaftlichen Publikationen. Hier ist einiges anders. Jeder, der sich schon einmal mit einer solchen Arbeit beschäftigt hat, weiß, wie viele strenge Vorgaben es bezüglich der Struktur und des Formates gibt. Neben der Suche nach formalen und inhaltlichen Fehlern, fällt es also auch in den Aufgabenbereich des Lektors diese Punkte zu kontrollieren. Darüber hinaus muss er auch die Richtigkeit der Fakten, die Argumentation und die Quellenangaben überprüfen.

Das Werbelektorat widmet sich ebenfalls der formalen Korrektur, überprüft aber auch, ob sich der Text für die jeweilige Zielgruppe eignet. Anders als beim stilistischen Lektorat steht dabei nicht der Text, sondern das Produkt oder der Kunde im Vordergrund. Auch auf die einheitliche Gestaltung von Werbematerialien oder die Verwendung von Farben wird hier ein Auge geworfen. Es kann sich sowohl um Produkt- und Werbebroschüren als auch um Gebrauchsanleitungen und Visitenkarten handeln.

Wo und wie werden Lektoren benötigt?

Wir wissen nun, womit Lektoren sich beschäftigen und dass es unterschiedliche Formen und Schwerpunkte ihrer Arbeit gibt. Auch können wir einige Bereiche nennen, in denen sie unerlässlich sind: In Redaktionen, Buchverlagen, bei Bachelor- und Masterarbeiten, wissenschaftlichen Publikationen und in Werbeagenturen.

Doch auch andere Branchen greifen inzwischen regelmäßig auf Lektorats-Dienste zurück. Unternehmen und sogar öffentliche Einrichtungen haben inzwischen den Wert eines guten Weberlebnisses erkannt und lassen Texte lektorieren und kundenspezifischer ausrichten, bevor sie diese auf Ihre Webseite stellen. Oft werden hierfür Content Agenturen zurate gezogen, die über ein Netzwerk von Lektoren mit unterschiedlichen Schwerpunkten verfügen und für das jeweilige Projekt den passenden Lektor auswählen.

Sogar Übersetzer und Übersetzungsbüros arbeiten eng mit Lektoren zusammen und lassen übersetzte Texte nochmal von einem Lektor stilistisch, grammatikalisch und auf die Rechtschreibung hin überprüfen. Denn auch in diesem Bereich gilt: Vier Augen sehen mehr als zwei.